Sobald man mit dem Canadier nicht nur vor dem Bootshaus hin und her fährt, stellt sich die Frage nach dem Materialtransport. Wie kann man all die kleinen und großen Dinge sinnvoll im Boot transportieren? Wie bekomme ich System ins Chaos? Wie schütze ich das Gepäck vor Druck und Nässe? Wie soll ich beim Umtragen das ganze Gepäck transportieren?
Die Möglichkeiten, die sich da bieten, erscheinen grenzenlos. Der einfachste Ansatz ist, alles Material einfach so ins Boot zu legen, oder zumindest erst in „normale“ Taschen oder Rucksäcke zu stecken und diese dann in den Canadier zu legen. Bei einer kurzen Tour, bei bestem Wetter, ohne Portagen und ohne Kenterungen spricht da auch gar nichts gegen!
Wie haben die Reisenden Nordamerikas früher ihr Gepäck transportiert? Eine große Baumwolltasche, die unter Umständen gewachst war, um etwas Schutz vor Wasser zu bieten, war eine einfache Lösung. Zum Transport außerhalb des Bootes, wurde die Baumwolltasche mit Rucksackriemen oder mit einem Tragegurt, der über den Kopf gelegt wurde, ausgestattet. Druckempfindliche Dinge wurden in Körben oder Holzkisten (Wanigan) verstaut. So verpackt wurden auch lange Portagen von mehreren Kilometern bewältigt. Welche Gepäckmenge so transportiert wurden, ist heute schon fast unvorstellbar. Und auch die Bedingungen, unter denen die Voyageure unterwegs waren, die Nässe, die Käte. So möchte heute keiner Urlaub machen.
Heute gibt es natürlich andere Materialien, die grundsätzlichen Anforderungen und Möglichkeiten bleiben aber ähnlich.
Je nach Art der Tour unterscheiden sich die Anforderungen an das Gepäck. Hier eine nicht abschließende Übersicht, welche Möglichkeiten bestehen.
Wasserdichte Packsäcke
Wasserdichte Packsäcke gibt es in unterschiedlichsten Größen, Materialien, Materialstärken, Verschlusssystemen und Ausstattungen.
- Säcke mit Rollverschluss oder wasserdichtem Reißverschluss
- Säcke ohne Tragemöglichkeit, mit Schultergurt, Griffen, Rucksackriemen oder mit aufwändigem Tragesystem
- Volumen von 1 Liter bis über 100 Liter sind möglich
- Säcke aus leichtem Nylon oder aus schwerer LKW-Plane
Der Vorteil von Säcken ist, dass sich ihr Volumen an den Inhalt anpassen kann. Leichte Materialien, die einzeln wenig robust sind, bieten sich an, um wichtige Gegenstände wie zum Beispiel den Schlafsack, redundant wasserdicht einzupacken. Kleinigkeiten in großen dunklen Säcken mit kleinen Öffnungen zu finden, kann übrigens schnell die gute Laune verderben. Die Wasserdichtigkeit ist stark vom Verschlusssytem abhängig. Ein guter Reißverschluss ist sicherer wasserdicht als ein fahrig umgelegter Rollverschluss.

Auf dem Foto findet man unterschiedliche Varianten. Kleine und große Öffnung, mit Einsatz eines durchsichtigen Materials, mit Tragemöglichkeiten oder ohne, groß und stabil so wie klein und leicht.
Wasserdichte Tonnen
Der Vorteil von Wasserdichten Tonnen ist, dass sie ihre Form beibehalten und den Inhalt vor Druck schützen. Zum Beispiel sind druckempfindliche Lebensmittel wie Eier oder frisches Obst und Gemüse gut in Tonnen zu transportieren. Wenn der Verschlussmechanismus richtig benutzt wird, sind die Tonnen auch zuverlässig wasserdicht. Bei großem Öffnungsdurchmesser kann man relativ gut den gesuchten Inhalt finden.
Volle große Fässer sind schlecht zu transportieren, da kann ein Tragegeschirr helfen, das Rucksackriemen an dem Fass befestigt.

Mit Tonnen habe ich selber noch keine Erfahrungen, mal sehen, ob sich da noch etwas ergibt. Daher freue ich mich, dass mir Bene Bähr von outdorbaehr.de das Foto zur Verfügung gestellt hat!
Canoe Packs
Die in Nordamerika verbreiteten Canoe Packs verfolgen einen anderen Ansatz. Der Pack dient dazu, den Inhalt zusammenzuhalten und einen gewissen mechanischen Schutz zu gewähren. Wasserdicht sind sie nicht. Im Gebrauch findet man kleinere Wasserdichte Behälter (in der Regel Packsäcke, manchmal auch kleine Fässer), die in die Packs gesteckt werden. So kann man die Ausrüstung gut organisieren und findet leichter die Dinge, die man sucht. Zum Transport sind die Canoepacks oft mit Rucksackriemen und Stirnriemen (Tump Line) ausgestattet. Gerade um viel Gepäck über längere Portagen zu bewältigen, sind Canoe Packs super!
Canoe Packs gibt es für Traditionalisten weiterhin aus gewachster Baumwolle und Leder, bei modernen Versionen wird auf Nylon und Cordura gesetzt.

Links ist ein klassischer Canoe Pack aus Baumwolle und Leder („Camp Kitchen Pack“ von Duluth) und rechts die moderne Variante aus Nylon („COUREUR 2-Part Canoe Pack“ von Recreational Barrel Works)
Wasserdichte Koffer
Sehr guten Schutz vor Elementen bieten wasserdichte Koffer. Gerade für technische Geräte, ist das der Goldstandard. Diese Koffer gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben. Je nach Größe sind sie durchaus auch als Hocker zu gebrauchen.

Auf Tour
Auf Tour benutze ich in der Regel eine Mischung dieser Möglichkeiten…
So sah unser Gepäck für 4 Personen für eine knappe Woche auf der Mecklenburgischen Seeplatte aus:

→ Hilfsmittel Canadier – übergeordnete Kategorie
→ Dealee Bob / Bungees – Befestigung von Kleinigkeiten im Boot
→ Seile und Knoten – Wer mit Gepäck unterwegs ist, hat meist auch Seile dabei.
